Über die Geschichte des BFV

Jubelfeiern sind Marksteine im Leben der Menschen. Dies gilt für Personen ebenso, wie für Vereine und Verbände. Die Geschichte rechnet dabei in Jahrhunderten,  die Menschen in Zeitabschnitten von 25 oder 50 Jahren.

Die Stärke und das wachsende Ansehen der damaligen Fechterriege des TV Neu-Ulm innerhalb Bayerns kam dadurch zum Aussdruck, dass vor 100 Jahren am 20. Oktober 1907 in Neu-Ulm der Fechterverband der bayerischen Turnvereine – und damit der Vorläufer des heutigen bayerischen Fechterverbandes – gegründet wurde. Dabei waren die Herren Freyberger und Heller als Vertreter der Neu-Ulmer Fechterschaft maßgebend an der Ausarbeitung der „Ersten Wettfechtordnung des Fechterverbands der Bayerischen Turnvereine“ beteiligt. Zum ersten Vorstandsgremium des Fechterverbandes zählten die Herren:

Georg Brendel (MTV München), Vorsitzender
Gustav Stoll (TV München 1860), Schriftführer
Wilhelm Hopff (MTV München), Kassierer
Karl Abstein (desgl.), Beisitzer

Leider finden sich aus diesen Anfangsjahren nur sehr wenige Unterlagen und Bilder, so dass man irrtümlicherweise den eigentlichen Beginn des BFV auf die Nachkriegszeit der Jahre 1949 bzw. 1950 datiert.

Bereits am 21.12.1949, also noch vor der offiziellen Genehmigung des Fechtsports durch die Alliierten, lud Ludwig Meider zur einer voraussichtlichen Gründungsversammlung nach Fürth ein. Er stellte auch die ersten Bayerischen Meisterschaften nach dem Krieg in Aussicht.

Am 21.03.1950 gab der Geschäftsführer der alliierten Hohen Kommission in einem Schreiben an das Bundeskanzleramt die Genehmigung, das Sportfechten wieder aufzunehmen. Damit konnte es also nicht mehr passieren, dass zwei "schwarz" fechtende Jungendliche durch das britische Militärgericht zu einer Geldstrafe von je 20,00 DM verdonnert wurden. Einer davon war der spätere Präsident des Deutschen Fechterbundes Dr. Elmar Waterloh.

Lange noch, ehe die ersten Gummi-Fechtbahnen aufgelegt wurden, waren die Bahnen mit Kreide auf dem meist geölten Dielenboden aufgezeichnet. Trotzdem waren auch damals schon große Leistungen von bayerischen Fechtern da. Die Namen Götz und Wahl (München), Limpert (Fürth) und Köstner (Bayreuth) tauchten immer wieder in den Annalen auf, wenn es um Deutsche oder Weltmeisterschaften ging.

Im Jahre 1955 wurde einer der größten Ästheten des Florettfechtens in Deutschland Kurt Wahl aus München zum Nachfolger des nicht mehr kandidierenden Ludwig Meider zum Präsidenten des BFV gewählt. Kurt Wahl war von 1952 bis 1954 Deutscher Meister und Teilnehmer an den Olympischen Spielen in Helsinki.

In den 60er und 70er Jahren war dann die große Zeit der bayerischen Fechterinnen und Fechter auf nationaler und internationaler Ebene:
Heidi Schmid wurde 8x Deutsche Meisterin im Florett
Walter Köstner war 4x Deutscher Meister im Säbel und 1x im Degen
Dieter Jung wurde 3x Deutscher Meister im Degen

Höhepunkt dieser Periode waren die Olympischen Spiele in Rom an denen gleich vier bayerische Fechter teilnahmen:
Heidi Schmid (Florett) Goldmedaille
Walter Köstner (Säbel) 
Georg Neuber (Degen)
Toni Stock (Florett) Bronze (Mannschaft)

Es würde zu weit führen, alle sportlichen Erfolge bayerischer Fechter im einzelnen aufzuführen. Es sollen aber trotzdem alle weiteren Bayerischen Olympiateilnehmer erwähnt werden:

Dieter Jung
Jörg Walter
Volker Fischer
Volker Duschner
Dr. Gerhard Klein
Lutz Schirrmacher
Max Geuter

Von Kurt Wahl übernahm im Jahre 1976 Edi Wackersreuther (Nürnberg) das Zepter des Präsidenten, mit preußischer Gradlinigkeit führte er den Verband bis 1981. Ihm zu Ehren wird heute die Bayerische Senioren Meisterschaft als Edi Wackersreuther Turnier durchgeführt.

1981 übernahm der langjährige Schatzmeister des BFV Robert Schmälzle (Bayreuth) die Würde und Bürde des Präsidenten. Mit seiner Devise: "Man muss sich als Präsident durchsetzen" war er zum Beispiel maßgeblich daran beteiligt dass heute in München ein Leistungszentrum existiert.

Im Jahre 1991 übergab Robert Schmälzle das Präsidentenamt an Gert Israel (Gröbenzell). Er leitete die Geschicke des Verbandes bis zum 27. Juli 1997.

Von Juli 1997 bis April 1999 war Monica Sedlmair-Hörmann Präsidentin des BFV.

Von April 1999 bis Mai 2002 war Norbert Hein Präsident des Bayerischen Fechtverbandes.

Von Mai 2002 bis Mai 2015 leitete Martina Radl die Geschicke des BFV.

Ab Mitte 2015 wird der BFV von Birgit Anzenberger geleitet, die dann im September 2016 vom bayerischen Fechtertag zur Präsidentin gewählt wurde.